Scratchen ohne Vinyl zu malträtieren? Beats anpassen, Loops und Crossfaden? Dies und vieles mehr bietet Traktor DJ Mixer von Native Instruments. Der kleinere Bruder des professionellen
Traktor DJ Studio bietet auf einer kompakten Oberfläche zahlreiche Funktionen für digitales DJ-ing und Live-Mixe.
Statt Platten kommen Audiodateien im MP3 bzw. Wave-Format oder Audio-CDs zum Einsatz. Die Verwaltung der Tracks ist unkompliziert. Neben der aktuellen Mix/Playlist gibt es so genannte Cases, in denen Titel vorsortiert werden können. Per Drag'n Drop gelangen sie dann in die Mix/Playlist oder lassen sich direkt nach Deck A oder B schicken. Fast wie bei den Plattenkisten.
Dann kann es auch schon losgehen. Hat man einen Track ins Deck geschickt und die Wiedergabe gestartet, zeigt ein BPM-Display kurz darauf die Beats an. Schneller oder langsamer, vorwärts oder rückwärts, alles kein Problem. Nun wird es spannend: Crossfader nach links, zweiten Track starten und ein so genanntes "Beat Sync Display" signalisiert, dass weder Tempo noch die Beats der Tracks so richtig zusammenpassen wollen. Mit Hilfe des "Auto Sync Buttons" läßt sich beides synchronisieren und die Tracks sind bereit fürs Mixen. Das funktioniert in der Praxis gar nicht mal so schlecht.
Nächste Stufe: Loops. Verschiedene Werkzeuge stehen bereit, um Position und Länge der Wiederholungen einzustellen. Spielt man dann noch ein wenig mit dem Frequenzfilter herum, hört sich das schon bald verdächtig nach Phil Fuldner und Konsorten an. Schnell den nächsten Track in Deck B laden, Synchronisieren und Überblenden.
Für Abwechslung sorgt auch das Scratchen. Ohne seine Platten zu malträtieren stehen Geschwindigkeit und verschiedene Scratch-Modi wie zum Beispiel "Back-Spin" oder "Full-Stop" bereit und warten auf den kreativen DJ mit Maus und Monitor.
Die eigenen Mixe lassen sich in Form platzsparender Steuerdateien abspeichern oder als Wave-Datei exportieren, um sie später als Audio-CD zu brennen oder in MP3s umzuwandeln. Ein direkter MP3-Export fehlt leider.
Traktor unterstützt auch das Mithören per Kopfhörer über zwei Soundkarten (Master & Monitor). Doch auch mit einer einfachen Soundkate (2 x Mono) oder eine Mehrkanalsoundkarte ist Monitoring möglich.
Ist die Feuerwehrzufahrt vor dem Club zugeparkt und der Halter nicht ausfindig zu machen, kommt "Talk Over" ins Spiel: Auf Wunsch senkt sich die Lautstärke, sobald ins Mikrofon gesprochen wird. Die manuelle Regelung ist ebenfalls möglich.
Das gesamte Programm glänzt durch sehr ausführliche deutsche Tooltipps. Einfach mit der Maus kurz über einer Funktion verharren und ein Informationsfenster mit Bedienungshinweisen und Erklärungen poppt auf. So lässt sich Traktor DJ Mixer auch spielerisch recht gut erlernen. Für die ersten Schritte und Mixe liegt der Testversion aber auch eine kurze Anleitung bei, die einen mit den wichtigsten Funktionen vertraut macht.
Ach ja, die Testversion! Die hat einige Einschränkungen: Das Programm wird nach 20 Minuten beendet, ein Störsound wird alle 3 Minuten eingeblendet, es besteht keine Möglichkeit WAV-Dateien zu spielen oder zu laden, keine Aufzeichnung des Mix als WAV-Datei, die Playliste ist auf 10 Einträge limitiert, kein Speichern von Mix-Files und die Setup-Einstellungen werden nicht gespeichert.
Das hört sich brutal an, reicht aber irgendwie aus, um sich einen Eindruck von den Möglichkeiten zu machen. Trotzdem nerven zumindest die Zwangsabschaltung und die fehlenden Speichermöglichkeiten der Mixe in der Demoversion.
Hinweis: Zum Download ist unten links auf der Traktor-Homepage "PC Demo-Version" zu klicken und die Email-Adresse anzugeben.