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Home Page : News : SOFTWARE : Ganz oder gar nicht? Musikverwaltung mit iTunes


Ganz oder gar nicht? Musikverwaltung mit iTunes
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Unterstützte Datei-Formate

iTunes unterstützt die komplette Palette gängiger Apple-Formate incl. Apple Lossless (ALAC). MP3-Dateien lassen sich ohne Konvertierung dem Programm hinzufügen. Nicht kopiergesperrte WMA-Dateien müssen zwangsweise konvertiert werden, was zu einer Qualitätsminderung führt. Eine Unterstützung für die beliebten Formate Musepack, Flac oder Monkeys Audio fehlt leider auch. Ogg-Vorbis kann mittels eines Plugins abgespielt werden, es stehen bei diesem Format aber nicht alle Funktionen des Programms zur Verfügung.

Hervorzuheben ist der integrierte AAC Encoder. Die konzerneigene Entwicklung spielt bei 128 kbps VBR klanglich in der selben Klasse wie Lame MP3 und Ogg-Vorbis AoTuV (siehe auch 128 kbps-Hörtest). Benutzt man iTunes zum Importieren von CDs, so sollte man diesen Encoder bevorzugen, weil der iTunes-eigene MP3-Encoder hier nicht mithalten kann.



Gapless Playback, d.h. eine Wiedergabe von Live- oder Mix-Alben ohne die kleinen Pausen zwischen den Tracks, bietet iTunes für keines der unterstützten Dateiformate an. Das mag daran liegen, dass der iPod dieses wichtige Feature ohnehin nicht unterstützt. Auch wenn man dem Programm gaplessfähiges Lame-MP3 hinzufügt, ändert sich nichts daran. Es ist zwar innerhalb des Programms möglich, einen Überblender (Crossfader) zu aktivieren, bei einigen Alben mit ineinander übergehenden Titeln kommt es jedoch mitunter zu im Vergleich zum Original verstümmelten Übergängen. Das muss aber nicht unbedingt jeden Benutzer stören.

Ripper

Wer mit iTunes CDs rippen möchte, der kann das tun. Ein entsprechendes Werkzeug für das digitale Auslesen von CD ist vorhanden. Das Angebot ist aber nichts für den ambitionierten Nutzer, weil Secure Mode, Lösungen für die Cache-Problematik, Offsetkorrektur und Möglichkeiten mathematisch nachvollziehbarer Vergleiche der Ausleseergebnisse mittels einer Online-Datenbank (Accuraterip) verzichtet wurde.

Tags

Ein Assistent zum Konvertieren der verschiedenen ID3-Versionen wird seitens des Programms auch angeboten. Erklärungen zu Vor- und Nachteilen fehlen aber. APEv2 als gängige Tag-Variante für MP3 fehlt.

iTunes benutzt für programmeigene Funktionen zwar flexibles Tagging in Form eigener proprietärer Tags, die aber zu Problemen führen können, wenn auch noch andere Tagger benutzt werden. Eine Möglichkeit für den Anwender "benutzerdefinierte Metadaten" zu hinterlegen bietet das Programm jedoch nicht.
Mangelnde Interoperabilität ist allerdings ein weit verbreitetes Defizit fast aller kommerzieller Anwendungen, weshalb ich aktuell auf dieses Problem nicht näher eingehe. Zudem wird die Situation durch andere Programmentwickler entschärft, weil so genannte "Workarounds" verfügbar sind (z.B. Florian Heidenreich innerhalb seiner Software Mp3tag). Mp3tag wird ohnehin von vielen iTunes-Benutzern als willkommene Ergänzung zum Programm empfohlen.



Gesamteindruck

iTunes ist eine hervorragende Jukebox-Software, die Einzeltitel-Sammlern gerade in Kombination mit dem iPod sehr viel Spaß bereiten kann. Die vielen iTunes-eigenen Lösungen fallen nicht ins Gewicht, solange man sich mit dem Gesamtkonzept einverstanden erklärt und keinen Wert auf Interoperabilität und Kompatibilität legt.

Einige Ähnlichkeiten fallen in der Bedienung zu J. River Media Center, MusicMatch und anderen Jukeboxen auf, liegen aber wohl auch in der Natur solcher Programme.
Wenn aber die Optik, die Features und die Bedienung den persönlichen Geschmack treffen, eventuell sogar ein iPod vorhanden ist, so bekommt man mit iTunes einige recht attraktive Features kostenlos geliefert. Über die Features einer reinen "Befüllungssoftware" gehen die Funktionen, die iTunes präsentiert, bereits jetzt weit hinaus.

Wenn Apple in zukünftigen Versionen nun noch Funktionen zum Gruppieren von Einzeltiteln zu Alben/Compilaten/Zusammenstellungen verbessern würde und diese auch für Einsteiger transparenter in der Benutzung machen würde, so gäbe kaum was zu meckern. Das ganze würde den starken indirekten Akzent auf Einzeltitelwiedergabe in der Benutzung relativieren. Auch die Erstellung und Verwaltung von Hörbüchern und das Rippen und kapitalisieren ist stark verbesserungsfähig, wäre aber wesentlich, um die Auffälligkeit des fehlenden Gapless zu verringern.


Autor: Lego

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