|
||
![]() |
Home Page : News : MUSIK : Musikanbieter jenseits von Rechtemanagement
(MPeX.net/lb,gpel - 29.04.2004) - Das Gejammer der Musikbranche ist groß. Am Rückgang der Verkaufszahlen sind angeblich die Konsumenten schuld, die sich Ihre Musikstücke kostenlos und illegal in den zahlreichen Tauschbörsen besorgen. Und obwohl legale Alternativen zur Zeit an allen Ecken und Enden aus dem Boden sprießen, werden diese neuen Dienste von den Benutzern sehr schwerfällig akzeptiert. Schuld daran sind aber nicht unbedingt die Tauschbörsen, sondern verschwiedene andere Faktoren: Dateiformat, Qualität, Preis und die eingeschränkte Nutzbarkeit. Die Mehrzahl der Dienste verkaufen Ihre Musikstücke im WMA-Format. Zwar hat das aktuelle WMA9 gegenüber früheren Varianten des Codecs in Puntko Qualität aufgeholt, das digitale Rechtemanagement (DRM) stört allerdings die meisten Benutzer in Sachen Umgang wie Kompatibiliät.Einige andere Dienste bieten ihre Stücke zwar im MP3-Format ohne DRM an, doch ähnlich wie die meisten WMA-Anbieter liegen sie mit 128 KBit/s an der qualitativen Untergrenze angesichts der angestrebten Alternative zum CD-Kauf. Eine zu langsame Anbindung der Käufer ist einfach keine Rechtfertigung mehr für die niedrigeren Bitraten der Musikstücke. Der Preis vieler Tracks ist oftmals viel zu hoch angesetzt. Ausserdem wird der Einsatz der Musikstücke mittels DRM (Digital-Rights-Management) stark eingeschränkt. Das bedeutet, dass Titel teilweise nur auf einem PC abgespielt werden dürfen und nur wenige Male auf eine CD gebrannt werden können. Die Alternativen Glücklicherweise gibt es einige wenige Alternativen, die dem Käufer das bieten, was er sich wünscht: Musikstücke in hoher Qualität, ohne Kopierschutz oder sonstige Tücken zu angemessenen Preisen. Leider gibt es einen solchen Dienst bisher noch nicht in Deutschland. Wer über eine Kreditkarte verfügt und vor dem Einsatz dieser im Internet nicht zurückschreckt, kann diese Dienste nutzen, bis es entsprechende Dienste auch in Deutschland gibt.
Bei Audiolunchbox.com können einzelne Tracks von zahlreichen Independent Künstlern und Bands für rund $1 (ca. 0,83 EUR*) gekauft werden. Ganze Alben fangen bei $3 an (ca. 2,50 EUR*), bei bekannteren Künstlern liegt der Preis bei $10 (ca. 8,30 EUR*) pro Album. Die Titel werden absolut ungeschützt wahlweise im MP3-Format mit variabler Bitrate oder im immer beliebter werdenden Ogg Vorbis-Format angeboten. Mehrere Tracks können nach der Zusammenstellung in einer Zip-Dateien zusammengefasst und so in einem Schwung heruntergeladen werden.
Emusic.com hat derzeit rund 260.000 Musikstücke im Angebot. Darunter Künstler und Bands wie Bad Religion, Green Day, Rancid, 2Pac oder 50 Cent. Um Musikstücke herunterzuladen muß ein Abonnement abgeschlossen werden, welches den Download einer gewissen Anzahl von Titeln pro Monat einschließt. Das kleinste Abonnement kostet $9,99 pro Monat und umfasst 40 Songs, das sind $0,25 (ca. 0,21 EUR*) pro Titel. Der Dienst kann zunächst kostenlos für 14 Tage getestet werden; bis zu 50 MP3s können in dieser Zeit kostenlos heruntergeladen werden. Auch bei Emusic werden die Songs im MP3-Format mit variabler Bitrate angeboten. Für alle Experten: Die Dateien werden mit Lame und der "-alt-preset standard" Einstellung enkodiert.
Magnatune.com arbeitet überwiegend mit unbekannteren Künstlern. Hier kann der Käufer nach dem Probehören selbst entscheiden, wieviel er für ein Album bezahlen möchte. Der Preis beginnt bei ca. $5. Der Künstler erhält 50% des Verkaufspreises. Leider werden keine einzelnen Tracks zum Download angeboten; angesichts des günstigen Preises ist dies aber kein wirklich negativer Punkt.
Weiterhin gibt es auch einige Dienste, die nicht nach einzelnen Musikstücken, sondern nach dem angefallenen Transfervolumen abrechnen. Positiv fällt vor allem auf, dass bei den Diensten für MP3s fast durchgehend hohe Bitraten von 192 kbps verwendet werden. Das spanische Angebot WebListen verkauft schon länger eine große Anzahl an Titeln zu einem Megabytepreis mit Lizenzabgaben an eine spanische Verwertungsgesellschaft. Die Phonoindustrie versucht seit 2001 dagegen rechtlich vorzugehen, da sie keine Zustimmung zum Online-Vetrieb gegeben habe. Aber auch drei Jahre danach ist das Angebot noch Online verfügbar. Ob Online-Angebote, die nach Musiksendelizenz vergüten für Privatanwender gegebenenfalls legal sind, ist in letzter Instanz wohl noch nicht entschieden. Sicher ist, dass der Musikindustrie das uneingeschränkte Senderecht für Radiostationen und den damit verbundenen geringen Vergütungen genau wie das Recht auf eine Privatkopie ein Dorn im Auge sind, die möglichst bald durch neue Legislation eingeschränkt werden sollen. Entsprechende Gesetzesvorlagen für die EU werden bereits verhandelt. Auch bei diversen russischen Diensten steht die Frage der Legalität ausserhalb des Anbieterlandes im Raum. Der Anbieter AllofMP3(.com) bietet mittlerweile für viele neue Alben die Möglichkeit sich das Format und die Encodereinstellungen vor dem Download selbst auszusuchen. Neben MP3s mit diversen LAME presets sind auch Ogg Vorbis, verlustfreies FLAC und MusePack möglich. Die Server von AllofMP3 scheinen momentan allerdings stark überlastet zu sein, so dass der Zugriff auf das Angebot zum Glücksspiel wird. club.mp3search.ru ist zuverlässiger und schneller erreichbar, bietet dabei ausschließlich MP3s in Bitraten von meist 192 kbps oder höher. 3mp3.ru komplettiert mit einer alternativen Titelauswahl nach selber Machart. Die Angebote verlangen pauschal nur ein bis zwei US-Cent pro Megabyte an Musik. Somit kostet ein komplettes Album in guter Bitrate teilweise weniger als ein einzelner Titel anderswo. Es erscheint natürlich wundersam, wie solche geringen Preise realisiert werden können: Nach eigenen Angaben erfolgt bei allen drei Angeboten der Verkauf mit Lizenzabgaben an die russische Musikverwertungsgesellschaft ROMS und entsprechen den Vergütungen, die Radiostationen für die Ausstrahlung von Musikprogramm bezahlen. Die rechtliche Haltbarkeit der Lizenzen ausserhalb Russlands ist allerdings fraglich.
Wer überhaupt nichts bezahlen möchte, aber dennoch gute Musik hören will, für den ist z.B. Tonspion.de eine gute Alternative. Dort finden sich Links zu zahlreichen kostenlosen Tracks bekannter Künstler und Bands. Bei Besonic.de werden - ähnlich wie bei mp3.com damals - Musikstücke unbekannter Künstler zum kostenlosen Download angeboten.
Fazit: Es gibt einige gute Ansätze, nur leider bisher nicht in Deutschland und auch kaum im Chart-Bereich. Dienste wie Audiolunchbox, Emusic und Magnatune zeigen dass es auch ohne Kopierschutz und ungewollte Fremdformate funktioniert. Angebote, die nach Megabyte abrechnen mögen zwar ohne Vereinbarung mit den Plattenlabels rechtlich nicht haltbar sein, zeigen aber in Punkto Preis, Titelauswahl, Formaten, Bitraten und Bedienbarkeit deutlich in die richtige Richtung. Hierzulande wird es wohl noch einige Monate, wenn nicht sogar Jahre dauern, bis die Musikindustrie ihre Einstellung zum legalen Musikverkauf ändern wird, wenn es überhaupt jemals soweit kommen wird. Wem das zu lange ist und wer auf die Charts verzichten kann, der sollte sich die obengenannten Alternativen mal etwas genauer anschauen. * Stand der Umrechnung 28.04.2004 DISKUSSION (Beiträge: 5)
Naja auf ELIXIC.de gibt es über 20.000 kostenlose Songs zum downloaden! :lol: Re: Musikanbieter jenseits von Rechtemanagement so viele musikanbieter im internet...und keiner rentiert! so schnell sie kommen sind sie auch wiede... RE: Musikanbieter jenseits von Rechtemanagement Irgendwie scheint es ja doch immer noch Lücken im (Lizenz)System zu geben. Ich hab' mir echt n Wolf ... Re: Musikanbieter jenseits von Rechtemanagement also ist alles recht schön und gut---aber zumindest 3mp3.ru hinterlässt einen faden nachgeschmack. h... Re: Musikanbieter jenseits von Rechtemanagement Unter OggStar.com gibt es im Herbst ein Download-Portal ohne DRM. Schwerpunktmäßig werden Punk, HC, ...
» Emusic » Magnatune » club.mp3search.ru » 3mp3.ru » WebListen » Tonspion » Besonic » Museseekster.com über legale Online-Angebote (englisch) » Hydrogenaudio zum Thema AllofMP3 und Co
|
|
||||||||||||||||