Gesundheitsrisiko MP3?
01.04.2004 | Von Dirk Bösel
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Macht MP3 krank? Neurologen und HNO-Ärzte machen sich ernsthaft Sorgen über die gesundheitlichen Auswirkungen der Beschallung mit synthetisch erzeugten Klängen, wie sie in digital komprimierter Musik vorkommen. In der verlustbehafteten Audiokompression wird bewusst eine ungenaue Rekonstruktion der ursprünglichen Daten in Kauf genommen, um eine hohe Kompressionsrate zu erzielen. Allerdings sind die verwendeten psychoakustischen Modelle nicht perfekt. Es entstehen sogenannte Kompressionsartefakte, also mehr oder weniger deutlich hörbare Fremdgeräusche. Gerade die "unhörbaren" Artefakte bereiten Neurologen und HNO-Ärzten Sorgen. Das menschliche Gehör ist nicht auf die Überflutung mit versteckten synthetischen Schallwellen ausgelegt, wie es bei Artefakten in digitaler Musik der Fall ist.Die Folge sind jedoch nicht etwa Hörschäden, sondern vielmehr akute Störungen des Gleichgewichts. Der Grund: Mit dem Ohr nehmen wir nicht nur Töne wahr, sondern es ermöglicht uns auch, das Gleichgewicht zu halten. Das Innenohr beinhaltet neben dem Gehör auch das Gleichgewichtsorgan. Gefährden MP3-Autoradios also die Verkehrstüchtigkeit oder fallen Fußgänger mit portablem MP3-Player durch taumelnden Gang auf? Anlässlich der Fachmesse Ergasilus 2004 in Kassel warnt Prof. Dr. Sieboldi: "Digitale komprimierte Musik ist inzwischen allgegenwärtig. Es ist höchste Zeit, die Auswirkungen auf den Organismus zu erforschen." Laut Sieboldi dürften keinesfalls technische Tatsachen geschaffen werden, ohne vorher die gesundheitlichen Risiken zu untersuchen. Als negatives Beispiel führt er den sorglosen Umgang mit Elektrosmog und Mobilfunkstrahlung an. Muss man nun auf MP3 und Co verzichten oder Kann man sich schützen? Immerhin hat Sieboldi einen Tipp parat: "Das Innenohr ist ein äusserst winziges, aber dennoch komplexes Organ. Es muss es stets gut durchblutet werden." Wer unterwegs oder zu Hause gerne komprimierte Musik hört, sollte daher die folgeden Regeln beherzigen: Alkohol, Nikotin und Koffein vermeiden, salzarme Kost essen, sowie einen stressfreien Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung führen. April April! Für die Gleichgewichtsstörungen sind die 10 Biere verantwortlich und nicht die MP3's. |
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Das menschliche Gehör ist nicht auf die Überflutung mit versteckten synthetischen Schallwellen ausgelegt, wie es bei Artefakten in digitaler Musik der Fall ist.







