|
||
![]() |
Home Page : News : ALLGEMEIN : Frohes Fest? Rechtliche Schritte gegen Filesharer
(MPeX.net/gpel - 13.12.2002) - Als wäre es draussen nicht bereits kalt genug, weht den Konsumenten ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft ein scharfer Wind bezüglich digitaler Medien entgegen. Weihnachten naht, Geschenke werden gekauft und Unterhaltungsmedien wie Musik-CDs und DVDs sind hierbei immer willkommene Gaben, die mehr oder weniger treffsichere Freuden bereiten, selbst wenn einem nichts besseres einfällt. Sollte man doch den falschen Geschmack getroffen haben, lässt sich das gute Stück Plastik samt Hülle immerhin meist problemlos umtauschen. Doch aus irgend einem Grund scheint die Musik- und Filmindustrie zu meinen das Weihnachtsgeschäft sei in Gefahr, wie sonst lässt sich das verschärft aggressive vorgehen einzelner Initativen im November und Dezember erklären? Da wäre zunächst der Dauerbrenner, die Klage gegen das FastTrack-Netzwerk und seine angeschlossenen KaZaAten. Statt sich die Erschaffer der Technologie näher anzugucken, oder diese vielleicht sogar als Berater hinzuzuziehen, beisst man sich im amerikanischen Rechtsstreit die Zähne an KaZaA-Distributor Sharman Networks aus. Sharman klingt fast wie ein Titel von Paul Simon's "Graceland" -- und zumindest das gelobte Land in Gnaden scheint die Firma gesucht und gefunden zu haben. War man vorher noch auf dem australischen Festland in kronenkolonialen Fängen des Urheberrechtes, so hat man sich nun auf die Inselkette Vanuatu abgesetzt. Diese ist hierzulande eher durch seinen Domainnamen .vu bekannt, als durch sein Rechtssystem, welches kein Auslieferungsverfahren mit westlichen Nationen hat. Ob KaZaA wohlmöglich bereits der Name eine der Inseln sein könnte oder ob dort vielmehr nicht mehr als ein Briefkasten reserviert ist, bleibt freilich unbekannt. Jedenfalls darf ein amerikanisches Bundesgericht nun entscheiden, ob überhaupt geurteilt werden darf, über eine Firma, die zumindest Ihren Scheinsitz ausserhalb des (zumindest momentanigen) amerikanischen Einflussgebiets hat. Das dürfte Juristen, politische Aktivisten sowie Dateitauscher gleichermaßen freuen. Während die ursprünglich lizenzgebende Firma FastTrack in Holland berechtigterweise zumindest rechtlich unbehelligt in Möbelhäusern einkaufen gehen kann, während die Homepage fasttrack.nu mittlerweile klammheimlich offline gegangen ist, hostet "Erzfeind" Kazaa mittlerweile nicht mehr in den Niederlanden und auch nicht in der fernen Südsee sondern kurioserweise in Dänemark. Eine gewisse dänischen Anti-Piracy-Group APG nämlich verschickt momentan Weihnachtspost der besonderen Art: rund 135.000 Euro Lizengebühren hätte der Weihnachtsmann gerne für die selbstausgefüllten Wunschzettel in Form von KaZaA-Downloads von 150 dänischen Internetnutzen. Berechnungsgrundlage unbekannt. In immer schärferen Tönen erhalten Internetprovider und IT-Abteiltungen von Universitäten, Behörden weltweit und in Amerika sogar des Militärs nicht etwa liebgemeinte Hinweise für die Benutzer auf legale Erwerbsmöglichkeiten von Musik im Internet sondern Abmahnungen über Copyrightvertösse. Eigentlich müsste der Industrie selbst klar sein, dass solche Abschreckungsaktionen wie ein Stich mitten ins Bienennest wirken. Erstens lässt sich Filesharing so nicht stoppen und zweitens wird so ein weiterer Keil zwischen Käufer und Verkäufer von Musik getrieben, der das Gegenteil der nötigen Annäherung auf ein sozial akzeptierter Wert bewirkt, dass Künstler auch im Internet Vergütung bekommen sollten. Copy Kills Music oder dier zweite Stufe: Industry Kills User sind die falschen Signale. Richtig wäre: Schön, dass Musik so einen grossen Markt hat, nun sollten wir uns über einen angemessenen Preis einigen. Würden Leute plötzlich keine Musik mehr konsumieren, hätte die Industrie ein viel grösseres Problem. Erst im Oktober bei einer Debtatte in der Oxford Union mit RIAA (Recording Industry Association of America)-President Hillary Rosen zur Frage ob der Dateitausch im Internet die Entwicklung der Musik zerstöre, ist klar geworden, dass sich die Musikindstrie gar keine Musik ohne Industrie vorstellen kann. Hier liegt ein fataler Denkfehler, der nur in hermetisch abgeriegelten Büroetagen ausserhalb der Konsumentenrealität konzipiert worden sein kann. Musik gab es vor grossen Musikverlagen und der Beweis, dass dies ohne Industrie aber durch den individuellen Vertriebsweg Internet keine neue Musik geben soll, kann einfach nicht erbracht werden, auch wenn es ohne Industrie vielleicht keine kommerziell zusammengestellte Musiker alla Big Brother Pop- (Super)Stars mehr geben dürfte. Ginge es der Industrie aber jetzt schon so schlecht, so gäbe es "Charts" aber schon lange nicht mehr. Jegliche rechtliche Schritte dürfen wohl der Gewinnmaximierung zugeschrieben werden, dass dies ausgerechnet in der Weihnachtssaison verschärft geschieht, muss von dem leicht perversen Gedanken der Rechtevertreter der Industrie herrühren, es wäre "in" selbstgebranntes unter den Weihnachtsbaum zu legen. In diesem Sinne schon einmal: Frohes Fest! DISKUSSION (Beiträge: 5)
Das einzig wahre Mittel gegen Filesharing liegt im Verkaufspreis der Medien! Vor noch garnicht allz... RE:Frohes Fest? Rechtliche Schritte gegen Filesharer also ist der Bertelsmann in wirklichkeit Stalin?!!!!! dieses Gesindel gehört auf den Mond geschossen... Re: Frohes Fest? Rechtliche Schritte gegen Filesharer Gestern hab ich was gesehen, das passt da großartig: http://modernhumorist.com/mh/0004/propagan... Re: Frohes Fest? Rechtliche Schritte gegen Filesharer die geldgierigen säcke der RIAA haben keine chance!!! sie sind selber schuld und werden an ihrem e... RE:Frohes Fest? Rechtliche Schritte gegen Filesharer das comment von dan-deluxe hat mich inspiriert.. und nun gebe ich auch noch meinen senf ab...! damen...
|
|
||||||||||||||||