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Home Page : News : MUSIK : Kopierschutz und die notwendige Trendwende bei Universal?


Kopierschutz und die notwendige Trendwende bei Universal?
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(MPeX.net/gpel - 02.05.2002) - Seit mehr als zwei Jahren predigen wir, daß sich das Verhalten der Musikindustrie gegenüber dem Konsumenten ändern muß. Das tat sie auch, nur leider bisher in die falsche Richtung. Statt intelligente Musikangebote im Internet zu realisieren, schimpfte und klagte man weiter gegen Internetpiraterie, versuchte sich an der Implementierung von Kopierschutzmechanismen auf Audio-CDs und brachte eine handvoll halbherziger Online-Kaufangebote auf den Markt, die leider eher durch schlechten Service, schleche Audioqualität und magere Auswahl brillierten als irgendwie andersweitig.

Mediagiganten wie Sony streiten sich derweil gerne intern, ob die Elektronikabteilung nun echte MP3-Player verkaufen darf, wenn dies doch potentiell das Geschäft von Sony Music beeinträchtigt. CD-Brenner von Sony scheinen diese Angst bei Sony Music unlogischerweise nicht auszulösen - sind es aber doch gerade diese Geräte, die letztendlich jegliche Motivation zugrunde machen, eine CD doch noch selbst zu kaufen nachdem man ein paar (MP3)-Titel gehört hat.

Bertelsmann weiß hingegen nicht so recht, wo es mit dem finanziell gebundenen Napster so hingehen soll. Seit mehr als einem Jahr tut sich nichts - aber das ist ja vielleicht im Interesse von Bertelsmann, immerhin werden die Vielzahl der Titel nicht mehr illegal über Napster getauscht -- sondern eben über FastTrack (KaZaA).

Und wieso? Weil kein Konsument für irgendetwas bezahlen will, was es in besserer und einfacherer obgleich illegaler Form bereits im Internet gibt. Sony selbst bezeichnet seine Musik- und Filmsparte bereits selbst als ihre "Softwareabteilung". Diese Einsicht ist grandios, man könnte fast darauf hoffen, daß hier noch einen Schritt weitergedacht wird: Die PC-Softwarebranche hat bereits seit Anfang der 80er Jahre erkennen müssen, daß Profite nicht durch Kopierschutzmechanismen erzielt werden können, sondern durch Qualität, maßgeschneiderte Lösungen und Service. Der Musikmarkt im Internet wird dank genügend Alternativen in Form von Tauschbörsen durch den Konsumenten bestimmt. Die Industrie möchte zwar gerne selbst mit einem innovativen Dateiformat plus Kopierschutz auf den Markt kommen doch der Kunde hat bereits entschieden was er will. Ihn davon mit rechnlichen mitteln abzubringen ist neben einem Desaster für die PR-Abteilung auch ein Ding der Unmöglichkeit.

Nach diesen vier Absätzen dieser alljährlichen Tirade gegen die Kurzsichtigkeit der Musikindustrie nun zum Hoffnungsschimmer: Tim Renner, Chef bei Vivendi Universal Deutschland, hat gegenüber Online Today Informationen über den neuen deutschen Dienst popfile.de abgegeben. Zum ersten mal versucht hierbei ein Major Label auf einen Kopierschutz zu versichten und einen Dienst auf die Beine zu stellen, der auf dem etablierten MP3-Format beruht. Der Service soll voraussichtlich am 1. Juli starten, einzelne Titel sollen im Schnitt 99 cent kosten. Das gesamte Angebot von Universal Music soll hierbei zur Aufwahl stehen. Das Prinzip ist vom amerikanischen emusic.com bekannt. Dieser Dienst verkauft seit 1999 Titel im ungeschützten MP3-Format - entweder als Flatrate für ca. 10 EUR im Monat oder auf einer per Titel Basis und ist im vergangenen Jahr von Universal aufgekauft worden. Interessanterweise lassen sich dort allerdings noch keine Titel von Universal Music finden - sondern hauptsächlich Titel von kleineren Independent Labeln. Ein weiterer Kritikpunkt an eMusic ist die Musikqualität. MP3 in allen Ehren (allemal besser als WMA oder RealAudio) - für eine Bitrate von 128 Kbps kann man auch das Radio anschalten. Solche Titel sollten wie das Tapen auf die gute alte Audiokassette behandelt werden - nämlich als "Fair Use" bei einer Qualität für die keiner bereit sein sollte zu zahlen.

Nun kann man nur hoffen, daß popfile.de bessere Qualität im Angebot haben wird, sonst wird auch dieser löbliche Schritt kläglich scheitern. Am Preis kann sicherlich auch noch etwas getan werden - aber dem Weg zur kostengünstigen, legalen Single in ordentlichem Format ist zumindest Universal einen Schritt näher gekommen. Interessant bleibt festzuhalten, daß es sich bei popfile.de sicherlich nur um einen Testballon zur Marktakzeptanz handelt. Vor nicht unlanger Zeit dieses Jahr hat Universal einen großen und umfassenden Deal mit Liquid Audio abgeschlossen - einer Firma die eine kopiergeschützte gleichnamige Formathülle verkauft unter dem löbliche Techniken wie AAC oder MP3 verwendet werden. Es sieht also ganz danach aus, daß Universal es an allen Fronten mit allen möglichen Arten von Lizenzmodellen und Kopierschutztechniken versuchen wird, um letztendlich einen erfolgreichen Service küren zu können.

Aber bedenken wir nochmal: Die Entscheidung liegt beim Konsumenten. Die Industrie wird ihr Angebot solange nachbessern müssen bis sie a) pleite ist oder b) der Konsument akzeptiert. Wenn Preis, Qualität und Service bei popfile.de noch nicht dem entsprechen sollten, was sich der Kunde vorstellt - so wird der Kunde seine Titel woanders her beziehen. Dies ist nicht zynisch in der Weise gemeint, daß niemand für Musik etwas ausgeben will. Ich denke, daß die Bereitschaft vorhanden ist, für einen Service zu zahlen, der gewünschte Titel bzw. ganze Alben eines Künsters in guter Qualität, schnell und legal aus dem Internet läd. Nur die Rahmenbedingungen müssen stimmen - und die setzt eben nicht mehr die Industrie sondern der Konsument - diese Schlacht ist schon gewonnen. Jetzt geht es um die Verhandlung der Friedensvertäge und wir wissen ja, was Versailles 1919 gebracht hat: Essentiell nämlich den 2. Weltkrieg, "denn der Friendsvertrag [...] war nicht geprägt von Ausgleich und Versöhnung sondern von Siegerrache und Beutehunger." - das kommt einem irgendwie bekannt vor. Diesmal geht's glücklicherweise nicht um den nächsten Weltkrieg sondern nur um die Zukunft der Musikindustrie...

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DISKUSSION (Beiträge: 5)
    Re: Kopierschutz und die notwendige Trendwende bei Universal?
    Nun Leute Celine Dion, eine wunderbare Sängerin. Ich liebe Ihre Lieder und ich habe ihre Originale. ...

    RE: Kopierschutz und die notwendige Trendwende bei den Labels?
    Seltsam: Hat sich schon mal jemand gefragt, warum fast alle Alben den gleichen Preis haben, auch we...

    RE: Kopierschutz und die notwendige Trendwende bei Universal?
    das heisst 50pence: you can find me in the pub with a pint of bud look love i've got a fiver if ...

    Re: Kopierschutz und die notwendige Trendwende bei Universal?
    50cent

    Re: RE:Kopierschutz und die notwendige Trendwende bei Universal?
    Mit deiner "Sparsamen" Lebensweise hast du dich 1. strafbar gemacht wegen Diebstahls 2. Hast du v...




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