(MPeX.net/helh - 23.07.2001) -
Wie schon im Heise Newsticker berichtet wurde, bestreitet die Recording Industry Association of America (RIAA) nun, dem "SDMI-Hacker" Professor Edward W. Felten jemals mit gerichtlichen Schritten gedroht zu haben, sollte er seine Ergebnisse veröffentlichen (wir berichteten).
Nach dem erfolgreichen Knacken der SDMI Kopierschutzmechanismen wollte Felten in einem Vortrag seine erfolgreichen Angriffe erläutern, wurde jedoch von der SDMI Foundation, dem Wasserzeichenhersteller Verance und der RIAA abgehalten, da sie ihm mit einer Klage wegen Verstoßes gegen das Digital Millenium Copyright Act (DMCA) drohten.
Mittlerweile hat sich Felton aber Hilfe von der Electronic Frontier Foundation geholt und klagt seinerseits das Recht auf Veröffentlichung ein.
Nun aber bestreitet die RIAA, jemals eine Drohung ausgesprochen zu haben und fordert die Ablehnung des Verfahrens. Die EFF und Felton wollen den Prozess auf jeden Fall durchziehen.
Die Musikindustrie hat wohl eingesehen, dass mit SDMI kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist und zieht sich kampflos zurück. Die Entstehung der beiden Pole MusicNet und Pressplay, die auf ihre eigenen Kopierschutzmechanismen zurückgreifen werden, dürfte nicht unwesentlich dazu beigetragen haben.
Die Musikfirmen wollen jetzt per Internet verkaufen, und nicht erst, wenn die SDMI Foundation/Verance Corporation irgendwann einen vernünftigen Kopierschutz entwickelt hat. Andere Firmen wie Playmedia, Real Networks oder Microsoft können sich freuen, haben sie doch jetzt große Lizenznehmer für ihre DRM Technologien.