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Home Page : News : ALLGEMEIN : Pressplay oder Marx: Wer hat Bock auf MS-Audio?


Pressplay oder Marx: Wer hat Bock auf MS-Audio?
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(MPeX.net/gpel - 14.07.2001) - Ein Gespenst geht um im Internet - das Gespenst von ungeschützten Titeln als MP3. Alle Mächte im Internet haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dieses Gespenst verbündet, die IFPI und die RIAA, MusicNet, Pressplay, Microsoft und RealMedia.

Zum Glück ist die Masse für eine Oppositionspartei in Form der seelig nutzenden MP3-Benutzer im Internet bereits vorhanden - trotzdem zeichnen sich die Fronten im geplanten Abo-Markt für Online-Musik nun immer deutlicher ab. Der Zusammenschluß Vivendi Universial und Sony Music unter dem Namen Pressplay (vormals Duet) hat sich für Microsoft als Technologiepartner entschieden. Auf der Gegenseite stehen an großen Labels Bertelsmann, AOL Time Warner und EMI, die sich unter dem Namen MusicNet zusammengeschlossen haben. Sie setzen auf Technologie des Streaming-Anbieters RealNetworks.

In der Praxis würde dies bedeuten, daß in Zukunft Titel von Sony und Universial im MS-Audio-Format (WMA) erhältlich wären. Microsoft will über sein Format einen Kopierschutz und ein sogenanntes Digital Rights Management (DRM) gewährleisten. Viele Software-Player, wie Winamp, Sonique und natürlich auch der Windows Media-Player selbst unterstützen das WMA-Format bereits - auch bei den Hardware-Playern gibt es nach MP3 von einigen Playern unterstützung (z.B. die Rio und Lyra Produktreihe). Dies dürfte der Ausschlaggebende Grund für die Entscheidung von Pressplay gewesen sein sich für eine Lösung von Microsoft zu entscheiden. Benutzer anderer Betriebsysteme bleiben erstmal auf der Strecke.

Leiden wird darunter der ehrlich handeln wollende Benutzer. WMA ist ein Format, das Microsoft innerhalb kürzester Zeit Anfang 1999 entwickelt hat und qualitativ selbst bei höheren Bitraten wie 160 Kbps deutlich schlechter als ein vergleichbares MP3 ist. Lediglich im Streaming-Bereich bei ca. 64 Kbps konnte WMA im Vergleich gegenüber MP3 und RealAudio qualitativ mithalten. Zunächst ist auch tatsächlich nur ein Streaming-Projekt in Form von Web-Radios geplant, die später dieses Jahr bei Yahoo! und Microsoft's eigenem Musik-Portal MSN Music starten soll - wahrscheinlich eben mit besagten 64 Kbps Blubberqualität gegen monatliche Gebühr.

Lee Black ein Analyst des amerikanischen Industriemagazins Webnoize meint, daß erst Anfang 2003 davon ausgegangen werden kann, daß ein Service in einer Form angeboten werden kann, für den Konsumenten bereit seien zu zahlen.

Ob er wohl darauf anspielt, daß die jetzigen Modelle aufgrund hastiger Umsetzung und schlechter Qualität sang und klaglos auf die Nase fallen werden und dann im zweiten Anlauf alles nochmal anders wird? Nein, er beschreibt, daß die zeitliche Situation rein aufgrund von Problemen bei Lizenzabsprachen zwischen Künstern und der Industrie länger hinziehen wird. Dies ist eigentlich unsinn, da nicht ersichtlich ist, wieso eine qualitativ niedrigere Aufnahme grundlegend andere Vereinbarungen benötigt als eine Gute.

Vielleicht spielt Black aber zwischen den Zeilen darauf an, daß die Musikindustrie mangels Akzeptanz ihres Systems langfristig auf Kopierschutzsysteme verzichten und ihre Einnahmen eben durch einen guten unkomplizierten Service sichern muß.

Bis es aber zu dieser Erkenntnis kommt, werden wohl noch viele Musikdateien ihren Besitzer auf den diversen Tauschplattformen im Internet wechseln. Das schöne ist, daß es einzig und allein im Ermessen der Verbraucher liegt, für was sie zukünftig Geld bei Online-Musik ausgeben wollen - auch wenn die Musikindustrie mit Napster-Klagen gerne das Gegenteil beweisen möchte.

Laut diverser Umfragen sind viele Internet-Benutzer bereit für einen ordentlichen Service zu bezahlen: Eventuell sollte sich die Industrie überlegen, ob das Geld statt eines Sicherheitskonzept bei den Firmen Real oder Microsoft nicht besser für das Konzept eines qualitativ anspruchsvollen MP3-Abo-Dienst eingesetzt wäre.

Aber wer nicht hören will muß eben weiterhin fühlen - Verbraucher des Internets, vereinigt euch auch weiterhin!

Eine Diskussion zu diesem Thema findet im MPeX.net Messageboard statt. Laßt uns wissen, wie Ihr die Situation einschätzt - wer hat die Hebel in der Hand? Die Konsumenten oder die Industrie?

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