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Home Page : News : ALLGEMEIN : SDMI Kopierschutz: Ausser Spesen nichts gewesen?
(MPeX.net/helh - 10.06.2001) - Euphorisch hatte sich die "Secure Digital Music Initiative" Ende 1998 das Ziel gesetzt, einen Standard für digitalen Kopierschutz zu entwickeln. Auch DVD-Audio sollte davon profitieren. Viele Firmen der Musikindustrie sahen darin eine Möglichkeit, ihre Musik sicher über das Internet zu verkaufen und traten dem Konsortium bei. Ein funktionierender Kopierschutz wurde für Ende 1999/Anfang 2000 erwartet. Doch auch zweieinhalb Jahre später ist noch nichts vom "ultimativen" Kopierschutz zu sehen. Ganz im Gegenteil, die Mitglieder scheinen abzuwandern, wie es aus einer Liste der SDMI-Mitglieder auf cryptome.org zu entnehmen ist. Untätig war die SDMI nicht und erteilte der Verance Corporation den Auftrag, ein sogenanntes "digitales Wasserzeichen" zu entwickeln. Allerdings traten bei der Entwicklung zwei folgenschwere Pannen auf: Zunächst war das digitale Wasserzeichen klar herauszuhören. Dies stellte sich bei einer Präsentation vor den Mitgliedern des SDMI-Konsortiums heraus, als deren Vertreter Unterschiede zwischen Titeln mit und ohne Kopierschutz feststellen konnten. Dann wurde der Kopierschutz, den man als sicher wähnte, im Rahmen eines Hacker-Contest geknackt, den die SDMI selbst ausgeschrieben hatte. Edward W. Felton, Professor an der Universität von Princeton, gelang es mit seinem Team, alle von der SDMI vorgestellten Kopierschutzmechanismen auszuhebeln. Aus Angst, die Ergebnisse dieses Cracks könnten veröffentlicht werden, drohte die Recording Industry of America (RIAA) dem Wissenschaftler offen mit gerichtlichen Schritten, sollte er seine Ergebnisse veröffentlichen. Dem fügte Felton sich zunächst und behielt seine Forschungsergebnisse unter Verschluss. Doch nun geht der "SDMI-Hacker" mit der Electronic Frontier Foundation (EFF) gegen die RIAA, die SDMI, den Wasserzeichenhersteller Verance und das US-Justizdepartment vor. Er will gerichtlich sein Recht einfordern, die Forschungsergebnisse zu den SDMI-Techniken frei publizieren zu dürfen. Der Todesstoss naht endgültig, seit sich die Musikfirmen - die einstige Zielgruppe - zu neuen Konsortien zusammenschließen, um Tauschplattformen mit eigenen Kopierschutzmechanismen zu entwickeln. So haben sich RealNetworks, Warner Music, BMG und EMI auf eine Tauschplattform namens MusicNet geeinigt. Real, AOL und Napster werden ihren Dienst wahrscheinlich schon diesen Sommer zur Musikdistribution nutzen. Sony und Universal arbeiten an ihrem System namens Duet, das möglicherweise mit Microsofts "Windows Media Digital Rights Management" ausgestattet sein wird. Damit kristallisieren sich zwei große Anbieter heraus, die den Internet-Musikmarkt unter sich aufteilen werden.
» SDMI.org
» Sicheres Musikformat durch Wasserzeichen - erster Versuch » SDMI special I - Was ist die SDMI ?
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