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Home Page : News : ALLGEMEIN : RIAA - Napster 2:1? In jedem Fall Verlängerung mit Nachspielzeit
Falls Napster sich als unkooperativ zeigt und das Bezirksgericht erneut eine einstweilige Verfügung erwirken will, so gerät der Rechtsstreit abermals in Berufung und eine höhere Instanz - das letzte mal hat dies Napster einen Zeitvorteil von vier Monaten gebracht. Bertelsmann dürfte die Weisung des Berufungsgerichts gerade recht kommen. Endlich hat der Kooperationspartner von Napster eine Rechtsgrundlage auf der er mit Benutzern und den anderen Plattenfirmen argumentieren kann. Den anderen Plattenfirmen wird Bertelsmann nahe legen, sich doch im Angesicht der weiteren Verzögerung möglichst schnell auf ein gemeinsame legale Napster-Plattform zu einigen. Den Benutzern von Napster wird Bertelsmann womöglich verlautbar machen, dass sie Napster auch rechtlich gesehen langfristig nur als bezahlten Service bekommen können und sich als Retter der Plattform darstellen. Es kommt nun im Wesentlichen auf Napster's eigene Pläne an. Wenn sie wollten, könnten sie den Rechtsstreit mit vielen weiteren Instanzen und ihrem Star-Rechtsanwalt Boies bis zum amerikanischen Verfassungsgericht und in den US-Kongress bringen. Doch Napster hat seine Geschäftspläne und will in Zukunft profitabel wirtschaften - das hat eine Allianz mit Bertelsmann deutlich gezeigt. Die Frage ist: Wie stark wird Napster für ihr Versprechen an die Benutzer kämpfen, dass Napster immer ein Peer2Peer Tauschservice bleibt? Um ein freies (nicht kostenloses) Tauschen zu ermöglichen, müsste Napster die komplette Musikindustrie auf seiner Seite haben und jeden Künstler entsprechend seiner Downloadzahlen vergüten. Wenn sich keine Einigung erzielen lässt, an welcher Stelle wird Napster den kommerziellen Kompromiss machen? Ich denke, die Gerichtsentscheidung gibt Napster weitere Monate Zeit, seinen Tauschservice so bestehen zu lassen, wie er momentan ist. In der Zwischenzeit werden sich Musikindustrie und Napster wohl noch mal gründlich an den Tisch setzen, und eventuell eine Lösung finden, die sowohl eine Vergütung der Künstler als auch ein beliebiges Tauschen von Musikdateien bei Napster erlaubt. Der Druck, der auf die Musikindustrie, aufgrund der weiteren Verzögerungen ausgeübt wird, könnte sie endlich zu Vernunft einer Einigung mit Napster bringen. Falls dies nicht in sinnvollem Maße geschieht, muss sich die Napster und vor allen Dingen die Musikindustrie mit 50 Millionen Internet-Benutzern konfrontiert sehen, die sich nach einem anderen Tauschmedium umsehen.
» Richterliche Weisung des Berufungsgerichts
» Napster soll kostenpflichtig werden » Napster lebt! Napster und Bertelsmann verbünden sich
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