SoundExchange, die amerikanische online-GEMA
13.10.2000 | Von Robert Lawatscheck
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Die RIAA (Recording Industry Association of America) gab Mitte dieser Woche die Gründung von SoundExchange bekannt.
SoundExchange wird in Zukunft der Ansprechpartner für jegliche Art von Verbreitung und Sendung von Musik im Internet sein - so wünscht es sich jedenfall die RIAA. SoundExchange übernimmt sowohl die Vergabe von Lizenzen zur Aufführung von Musik im Internet, die Feststellung und Eintreibung der Kosten, alsauch die Verteilung des Geldes an die Plattenlabel. Der RIAA gehören z.Zt. 2400 Plattenlabel, darunter die Major Five, an, was SoundExchange natürlich zur zentralen Behörde für Anfragen jeder Art in Sachen Netzmusikwiedergabe machen würde. Das zentrale Entscheidungsgremium von SoundExchange setzt sich sowohl aus vier Künstlervertretern, alsauch der Industrie und den großen Plattenlabels zusammen - der einzig nicht völlig klargestestellte Punkt ist das Stimmrecht der einzelnen Parteien. Sowohl die interne Strukturen, wie auch die externe Entscheidungsallmacht wird von der amerikanischen Öffentlichkeit, vor allem aber von Künstlern und Webcastern kritisch beurteilt. Die Künstler und kleinen Labels befürchten, das die interne Verteilung der eingenommen Mittel und Entscheidungsstrukturen den bisherigen Machtverteilungen in der RIAA gleichen werden - und somit die große Chance des Internets, einer erweiterten Gleichberechtigung und Mitbstimmung gegenüber den großen Labels, verspielt wird. Die externe Machtbündelung ist enorm - SoundExchange ist für alle die Netzmusik wiedergeben wollen, die einzige Anlaufstelle für Lizenzen. Auch würde sie die Konditionen der Abrechung festlegen und diese Konditionen selbst überprüfen. Nun werden Stimmen laut, die eine Aufteilung der Zuständigkeiten und damit praktisch Gewaltenteilung fordern. Es gibt auch schon Mitbewerber - die kalifornische Music Reports Inc. (MRI) strebt an unabhängiger Lizenzmittler zwischen Webcastern und Labels zu werden. Über die Rechtmäßikeit beider Bewerber hat die US Copyright Office zu entscheiden. Wahrscheinlich werden hier auch die Abrechungsgrundlagen für Netzmusikwiedergabe umrissen werden. Die US Copyright Office steht mit beiden Parteien in Kontakt - eine Entscheidung steht aber bislang aus. |
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