(MPeX.net/gpel - 26.01.2000) -
In einer noch unbekannten Fernsehsendung des heutigen Abends (wahrscheinlich Akte 2000) will SAT1 einen Bericht über einen Hack des kopiergeschützten Formats Liquid Audio bringen. Im Rahmen der Sendung will ein 17-jähriger aufzeigen, daß das Liquid Audio (LA) Format knackbar ist. Zum Hack wird ein Mitarbeiter der Firma mov.a.bit, der führende Liquid-Audio-Distributor in Deutschland, Stellung nehmen.
Der Hacker bekannte im Vorfeld, daß er es geschafft habe, eine geschützte Liquid-Audio Soundfile in eine normale, brennbare WAVE-Datei zurückzuverwandeln, ohne das dabei ein Wasserzeichen zurückbleibt. Das hört sich aus zwei Gründen spektakulär an: Zum einen wird eine "handelsübliche" LA-Datei beim Download nach dem RSA-Verfahren verschlüsselt und auf einen Benutzerzugang personalisiert. Diese Verschlüsselung ist aus als sicher bekannten Crypto-Verfahren wie Pretty Good Privacy bekannt - sollte der Hacker hier einen Umweg gefunden haben, ist eine Penetration dieser Sicherheitsvorrichtung wäre weiterreichend, als der reine Hack einer Audio-Datei. Zum zweiten bietet LA die Möglichkeit in die Musik ein kaum hörbares, digitales Wasserzeichen einzuweben, daß zwar selbst keinen Schutz bietet, aber zu Zwecken der Identifikation eingesetzt werden kann. In der Theorie soll so zurückverfolgt werden können, wo die geknackte Musik ursprünglich herkam. Auch hierbei soll der mysteriöse Hacker einen Weg gefunden haben, das Wasserzeichen aus dem Audio-Stream zu isolieren ohne dabei die Soundqualität zu beeinflußen.
All das hört sich sehr wagemutig an - sollte sich das für unmöglich gehaltene Bewahrheiten hätte der Hack großen Einfluß für die Zukunft der Distribution von Musik im Internet. Schon seit längerem ist bekannt, daß die meisten kopiergeschützten Format durch Programme überlistet werden können, die die Daten auf dem Weg zur Soundkarte abfangen - ein digitales Wasserzeichen bliebe in dem Fall allerdings erhalten und würde hier Herkunft der Datei verraten...