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BMG: Fehlerhafte Sektoren als Kopierschutz für Audio-CDs

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26.01.2000 | Von Gregor Lawatscheck | Seite 1 von 3

Die Bertelsmann Music Group (BMG) hat das CD-Presswerk Sonopress angewiesen, für einige der momentan auf dem Markt befindlichen Audio-CDs ein Art Kopierschutz zu implementieren. Der Schutz soll verhindern, daß die CDs sich in CD-ROM Laufwerken abspielen, rippen und dadurch kopieren lassen - auf herkömmlichen CD-Playern sollen die CDs ohne Probleme und Qualitätsverlust laufen. Der Kopierschutz trägt den Namen "Cactus Data Shield" und stammt von einer israelitischen Firma namens Mitbar Technologies.

Bereits im Oktober 1999 berichtete MPeX.net über ein sehr ähnliches Verfahren mit dem Namen MusicGuard von TTR Technologies, einer Firma die ebenfalls aus Israel stammt. Damals hatten sich nur einige, wenige, kleine Labels dafür interessiert gezeigt, zukünftige CDs mit einem sogenannten "Masking-Verfahren" zu schützen. BMG ist also das erste Major-Label, daß über einen weitgefächerten Einsatz nachdenkt, dadurch erfreuen sich die jüngsten Entwicklungen auch einem erhöhten Interesse der allgemeinen Presse. Dabei kommt die Sicherung momentan nur bei "Razorblade Romance" der Rockgruppe Him und "My Private War" von Philip Boa & The VoodooClub zum Einsatz. BMG möchte nach eigenen Aussagen den Erfolg der Aktion evaluieren und den Schutz bei positiven Verlauf bei sämtlichen Neuveröffentlichungen einbauen - es sieht aber so aus als ob für solch einen Schritt erst kräftig nachgebessert werden muß.

Schon im damaligen Bericht ist viel über die technischen Hintergründe eines etwaigen Verfahrens diskutiert worden - nämlich, wie es denn möglich sein kann, daß eine Audio-CD zwar zu allen herkömmlichen HiFi CD-Playern kompatibel bleibt aber ausgerechnet in einem CD-ROM-Laufwerk seinen Dienst verweigern sollte. Wir haben damals die Theorie aufgestellt, daß durch Einstreuen von fehlerhaften Sektoren das CD-ROM Laufwerk entweder zum Abbruch des CD-Rippens gebracht werden soll oder die entstandene Wave-Datei in verrauschter Qualität erstellt werde.

Der Effekt kann etwa so umschreiben werden: Brennt man eine Audio-CD auf einen schlechten No-Name Rohling und versucht diesen danach wieder mit dem CD-ROM Laufwerk auszulesen, kann es vorkommen, daß genau dieses passiert, was auch der Kopierschutz "verspricht" - nämlich ein total verrauschtes WAV. Das liegt daran, daß bei schlechten Rohlingen die Daten-Pits nicht so sauber ausgebrannt werden und die Reflektionswirkung auf der Oberfäche ungenügend ist - es kommt zu drastischen Lesefehlern, ähnlich als wie wenn ein dicker Kratzer auf der CD wäre.

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RE:BMG: Fehlerhafte Sektoren als Kopierschutz für Audio-CDs (fred, 10.11.02 22:06)

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