(MPeX.net/gpel - 23.10.1999) -
All-In-One Software MusicMatch stellt in der neuen Version 4.3 die Encoding-Engine von Xing auf den Code des Fraunhofer Insituts um. Die Encoding-Engine ist das Verfahren in dem MP3 Dateien hergestellt werden - Fraunhofer's Verfahren ist Erfinder des MP3-Standards allgemein als das Verfahren mit der besten Qualität anerkannt worden, während der Code von Xing wegen schlechten Frequenzgängen in den ersten Versionen eher ein gegenteiliges Image hat.
MusicMatch ist also dazu übergegangen nun statt Xing den Fraunhofer Code zu verwenden, verspricht aber zugleich 40% schneller als die Xing-Engine zu arbeiten. Mitbewerber im Sektor All-In-One-Programme Realnetworks mit seiner RealJukeBox hatte Xing im April diesen Jahres gekauft - inwieweit der Code in die RealJukeBox eingeflossen ist, ist nicht bekannt. In der RealJukeBox sind nur Hinweise auf Thomson-Lizenzen zu finden. Thomson ist Lizenzhalter der eigentlichen MP3-Standards zusammen mit dem Fraunhofer Institut.
Die Wahrheit zwischen den beiden Encodern liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Die Xing-Engine ist in Version 2.0, die seit diesem Jahr ausschließlich verwendet wird, zu wesentlich besserer Qualität gelangt. Die Fraunhofer Engine im MusicMatch muß aufgrund der wahnsinnigen Geschwindigkeit sehr wahrscheinlich im "Low Quality" Modus des Fraunhofer-Standards arbeiten. Dadurch ist anzunehmen, daß sich die beiden Encoder, so wie sie von MusicMatch und der RealJukeBox verwendet werden, nicht viel nehmen. Natürlich liest sich "Fraunhofer-Engine" in der Feature-Liste von MusicMatch wesentlich besser - zusammen mit den versprochenenen Geschwindigkeitsgewinnen handelt es sich aber mehr um eine Geschickte Marketingaktion als um eine wirkliche Verbesserung des Produktes. Wirklichen Aufschluß werden Frequenz- und Hörtests geben können, die durchzuführen planen, sobald MusicMatch uns eine testbare Version zur Verfügung stellen kann.