Politik und MP3? SPD: Anti-Kopierschutz
20.10.1999 | Von Gregor Lawatscheck
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In der Diskussion um SDMI (Secure Digital Music Initiative) und andere kopiergeschützte Formate gegen den offenen MP3-Standard haben sich jetzt die "Virtuellen Ortsverbände" der SPD geäußert. Laut einer Meldung von internetworld.de sprach sich SPD Sprecher Arne Brand in Berlin gegen das Eingreifen der Industrie in die Eigentumsverhältnisse der Kunden aus. "Jegliche Einschränkung der Weitergabe stelle eine Zensur und einen Bruch der verbrieften Grundrechte dar." so internetworld.de über die Aussagen der SPD-Ortsverbände, sie zitiert weiterhin Brand: "Die Musikindustrie macht keinen Hehl daraus, daß sie den Big Brother wollen". Er meint damit im wesentlichen das Bestreben der Musikindustrie die Wiedergabe von Musiktiteln auf einen bestimmten Computer oder MP3-Player zu limitieren. Ginge der Player oder Computer kaputt wären die erworbenen Musiktitel verloren. Eine Sicherungskopie wird durch einen zu harten Kopierschutz unmöglich. Weiterhin sieht Brand durch kopiergeschützte Musik die Möglichkeit einer "technischen Diktatur" - die Schaffung von Monopolen könnte durch Musik-Kopierschutz forciert werden. Er nennt als Beispiel die Möglichkeit das Abspielen von Musikdateien auf Geräte bestimmter Hersteller zu beschränken, die im schlimmsten Fall von der Musikindustrie selbst herausgegeben werden. Auf der Gegenseite zu dieser Argumentation stehen die Rechte der Musiker, die sicherlich ein Recht haben, ihr Copyright wahren zu wollen. Mißbrauch entseht in allen Arten von Copyright-Schutz - er läßt sich nicht völlig verhindern - durch einen Kopierschutz nur oberflächlich. Es müßte vielmehr ein Bewußtsein geschaffen werden, daß Musik genau wie ein anderes Gut bezahlt werden sollte und das kann hauptsächlich durch hohe Verfügbarkeit und einfach Handhabung der legalen Musik gebildet werden. Meiner Ansicht nach gibt es im Internet momentan viel zu wenige legale Möglichkeiten, Musik über das neue Medium zu beziehen - das muß sich ändern, wenn Raubkopien eingedämmt werden sollen. Durch zu komplizierten Kopierschutz wird eher das Gegenteil bewirkt - Ansporn, sich dem Recht zu widersetzen, den Kopierschutz zu umgehen. Eine absolute Lösung wird es also nicht sein - aber vielleicht reicht der Musikindustrie ja auch eine 75% und ein gespanntes Verhältnis mit den Kunden. |
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