(MPeX.net/gpel - 03.07.1999) -
Am 30. Juni hat die SDMI einen Standard verabschiedet, nach der MP3 Hardware und MP3s selbst in Zukunft ausgerüstet sein sollten, um Musik im Internet per Kopierschutz geschäftsfähig zu machen. In der Presse wird nun des öfteren vom "Tod" des MP3 Formates durch SDMI geredet. Die Frage stellt sich nun für uns Benutzer - stimmt das und wenn ja, was ist drann an SDMI.
Auf der einen Seite ist SDMI ganz nüchtern betrachtet erstmal nur ein weiterer Kopierschutzstandard ähnlich dem von MS-Audio oder Liquid Auido. Nun basiert SDMI nicht auf einem eigenen Format, wie die Mitbewerber, sondern soll auf den bereits etablierten MP3 Standard aufbauen. Das macht SDMI für manche schon unheimlicher, als es eigentlich ist.
Was aber endgültig den Aufschrei durch die Medien und die Masse gehen läßt, sind die beschlossenen Standards für CDs und MP3-Hardware - da ist die Rede von zwei Phasen, in der ersten soll der Kunde nichts merken, in einer zeitlich aktivierten zweiten Phase sollen per Softwareupdate dann plötzlich nur noch SDMI kompatible MP3s abgespielt werden können. Die CDs sollen im selben Zug mit Wasserzeichen versehen werden, die dann mit neuer Encodersoftware ausgelesen werden kann und so nur das einmalige Abspeichern einer CD auf einem MP3-Player ermöglichen soll.
Da stellt sich schlicht die Frage, was ändert sich: Erstens, die momentan verkauften MP3-Player werden immer MP3s abspielen können - zu einem Softwareupdate kann einen keiner zwingen. Zweitens, solange es CDs gibt, egal ob mit Wasserzeichen oder ohne, wird es möglich sein, mit der momentan gebräuchlichen Software WAV Dateien zu rippen und in MP3 zu enkodieren - sollte ein Krypto-Verfahren auf den CDs eingesetzt werden, so könnten diese neuen CDs nicht mehr in all den Millionen momentan benutzten CD Playern abgespielt werden und wer würde sich dann schon eine der neuen CDs kaufen.