In Zeiten, wo kreischende Teenies mit Linkin Park T-Shirts rumlaufen, Starschnitte von Papa Roach die Bravo schmücken und Blink 182 Melody-Punk wie Lebkuchen verkauft, ist es für Bands im Rockbereich schwer sich abzusetzen. Entweder versucht man total brachial zu verstehen zu geben: "Wir sind viel zu hart, um so richtig Kommerz zu sein" (Slipknot-Effekt) oder eine Band muß sich richtig was einfallen lassen, um rockig, melodisch und trotzdem nicht albern und produziert zu erscheinen.
Letzteres ist Drowning Pool mit ihrem Album "Sinners" gelungen.
Auf der einen Seite bringen sie genug Härte mit, um Britney Spears Silikonbrüste allein durch den Bass zum platzen zu bringen, doch bei welch anderer Band dieser Kategorie hat der Refrain Ohrwurmcharakter ohne dabei auf computerbearbeitete Stimmen, Echos oder Soundeffekte zurückgreifen zu müssen? Selbst auf die momentan so beliebten Turntable-Scratches kann die Band getrost verzichten.
Drowning Pool ist in jedem Fall einer unserer heißen Tips - moderner Rock kann gut klingen ohne dabei gleich lächerlich zu wirken.
Konzert 13.02.2002
Auf dem Konzert im Silverwings Club in Berlin haben die vier Texaner von Drowning Pool alles gegeben. Anfänglich hat sich das Publikum etwas zurückgehalten, denn ausverkauft war es leider nicht. Doch das hat die Jungs wenig beeindruckt und so konnte man nach den ersten Songs garnicht anders als zu rocken.
Da die Tour von Jägermeister gesponsort wurde, war es kein wunder das Frontman Dave Williams kurz vor Schluß eine Familienflasche Jägermeister durch das Publikum reichte und sich für die Unterstützung bedankte.
Wenn Sie weiter so gute Musik machen, können die Jungs ruhig öfter nach Berlin kommen und vielleicht sieht man sie demnächst in einer der größeren Konzerthallen spielen.