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Home Page : Movies : Welcome To The Jungle
Wilder Westen in Brasilien Auch wenn Namen wie Seann William Scott oder "The Rock" für ein vielversprechendes Abenteuer stehen, so enttäuscht das Ergebnis dennoch. Ein paar ulkige Sprüche und wilde Schießereien ergeben eben noch keinen guten bzw. erfolgreichen Film, auch wenn das bei Arnold Schwarzeneggers Werken anscheinend des öfteren funktioniert hat. Gleich zu Beginn des Streifens sehen wir den derzeitigen Gouverneur von Kalifornien in einer Promi-Disco kurz durch das Bild huschen. Als wolle der Terminator endgültig sein Zepter in die Hände anderer legen, sagt er dem ihm begegnenden Kopfgeldjäger Beck (Dwayne "The Rock" Johnson): "Viel Spaß!" und verschwindet damit (vielleicht für immer) aus dem Bild.
Obwohl Beck in einer knallharten Branche seine Brötchen verdient, ist er doch ganz der Gentleman. Nur wenn man die smarte Kampfmaschine provoziert, bleibt kein Auge trocken. Wer dann nicht das Weite sucht, hat nicht wirklich viel zu lachen. Noch einen letzten Auftrag soll Beck erledigen, dann möchte er sich den Traum von einem eigenen Restaurant in der Großstadtmetropole L.A. erfüllen. So führt ihn seine Reise nach Brasilien, wo er den Möchtegernschatzjäger Travis (Seann William Scott) finden und zu dessen Vater nach Hause bringen soll. Travis ist gefunden, aber die eigentlich so einfach scheinende Aufgabe ihn zurückzubringen, hat ihre Tücken, da auch der Goldminenbesitzer und Sklaventreiber Hatcher (Christopher Walken) Interesse an Travis hat. Dieser ist nämlich einem gewaltigen Schatz auf der Spur. Zudem spukt eine nicht sehr freundlich gesinnte Guerilla-Truppe durch das Dickicht des Dschungels und selbst die einheimischen Affen meinen es nicht gut mit ihren "Gästen". So kommt es zwangläufig zu einer Verfolgsjagd quer durch die grüne Hölle, bei der viel Fausteinsatz gefragt ist. Beck, der Feuerwaffen verabscheut, gibt also seine Kampfkünste zum Besten, die vom nervtötenden Travis permanent kommentiert werden. Ob die Flucht trotz der widrigen Umstände erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.
Dass es "The Rock" in punkto Muskelmasse und mehr oder weniger humoristischen Einlagen mit Schwarzenegger aufnehmen kann, ist spätestens seit "The Scorpion King" klar, nur die sprachlichen Fähigkeiten des farbigen Wrestling-Stars sind wohl weitaus besser als die des Republikaners. Trotzdem bleibt der Film hinter den Erwartungen zurück, auch wenn Seann William immer einen, für ihn typischen, frechen Spruch auf den Lippen hat. Bei dieser Schauspieler-Konstellation hätte mehr Spritzigkeit gut getan, denn das "The Rock", aber vor allem sein Filmpartner Seann William das Zeug dazu haben, wurde mehrmals bewiesen. Möglicherweise haben sich die beiden zu sehr von Mr. Schwarzeneggers Ratschlägen beeinflussen lassen. Wer sich aber mit gut gemachten Action-Szenen trösten lässt, der kommt mit viel bleihaltiger Luft und wirklich grandiosen Kampfszenen im Martial-Art Style voll auf seine Kosten. So bleibt "Welcome To The Jungle" ein Film der leichten Unterhaltung mit ein wenig "Indiana Jones"-Feeling und kann durchaus im DVD-Player für Spaß sorgen. Das Geld für eine Kinokarte kann man sich jedoch getrost sparen oder besser in einen Film wie "Out Of Time" mit Denzel Washington (seit 04.März im Kino) investieren.
Lars Lehmann
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