Nicht auflegen!
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Original Titel Phone Booth Kinostart 07.08.2003 Genre Thriller Erscheinungsjahr 2002 Land USA Verleih Fox |
Regie Joel Schumacher Autor Larry Cohen Laufzeit 81 Minuten FSK ab 16 Jahren Hauptdarsteller Colin Farrell Forest Whitaker Radha Mitchell Katie Holmes |
Wenn die Telefonzelle zum Beichtstuhl wird
Hast du auch schon des Öfteren gesündigt, gelogen oder hin und wieder betrogen? Dann sei froh, dass du nicht in Stu Shepard's (Colin Farrell) Haut steckst. Der findige Presseagent arbeitet hart und skrupellos in New York City und spielt die dort ansässige Presse gekonnt gegeneinander zu seinem Vorteil aus. Aber Stu weiß auch die Vorzüge dieser Großstadtmetropole, vor allem ihre Anonymität, zu schätzen.
In dieser Umgebung fällt es natürlich niemanden auf, dass Stu neben seiner Ehefrau Kelly (Radha Mitchell) auch noch ein Techtelmechtel mit der jungen Schauspielerin Pamela McFadden (Katie Holmes) hat. Nur das Misstrauen seiner Frau könnte ihm zum Verhängnis werden, denn Sie hat immer ein Auge auf seine Handyrechnungen. Aus diesem Grund sucht Mr. Shepard regelmäßig eine der letzten verbliebenden, abschließbaren Telefonzellen der Stadt auf. Und genau diese Tradition soll ihm zum lebensgefährlichen Verhängnis werden.
In einer freien Minuten kommt dem vielbeschäftigten Mann der Gedanke, ein Date mit seiner Geliebten zu verabreden und sucht aus diesem Grund die besagte Zelle in einer der Häuserschluchten Manhattans auf. Doch seine Gesprächspartnerin hat an jenem Tag keine Zeit für Stu und kurz nachdem er den Hörer auflegt, klingelt das Telefon. Instinktiv macht er den wohl größten Fehler seines Lebens: Er nimmt ab!
Die unbekannte Stimme am Telefon verrät, dass ein Scharfschützengewehr direkt auf Stu's Kopf gerichtet ist. Zuerst hält er das für einen üblen Scherz, doch schnell wird er eines Besseren belehrt. Ein Zuhälter aus der Umgebung möchte, dass Stu die Telefonzelle nicht länger blockiert und macht deshalb großen Ärger. Um zu beweisen, dass er es ernst meint, erschießt der Schütze kurzerhand den Krachmacher. Natürlich vermuten alle Passanten, Stu hätte den Zuhälter aus der Zelle heraus erschossen. Die anrückende Polizei schließt sich dieser Meinung an und umstellt die Kabine mit ihren Sondereinsatzkräften. Noch mehr Scharfschützen, die es auf den Presseagenten abgesehen haben.
Natürlich kann er der Aufforderung der Polizei nicht Folge leisten, die Zelle zu verlassen. Der Unbekannte am anderen Ende der Leitung meint es ernst und würde sofort abdrücken. Ziel dieser Aktion soll sein, dass Stu seine ganze Sünden und Lügen in aller Öffentlichkeit offenbart und sich die Blöße gibt. Stu ist also in einer fast aussichtlosen Situation. Entweder er wird von seinem Anrufer erschossen oder durch die Polizei. Inzwischen haben auch seine Ehefrau und seine Geliebte per Fernsehnachrichten von der Sache Wind bekommen und befinden sich ebenfalls vor Ort. Und nun soll Stu laut und deutlich die Wahrheit preisgeben...
Der Autor schwingt in "Nicht auflegen!" gewaltig mit der Moralkeule. Er bringt den sonst so geheimen Beichtstuhl in Form einer einfachen Telefonzelle direkt auf die Straße, in die Öffentlichkeit. Einige von uns können sich vermutlich den Horror vorstellen, den Stu Shepard durchlebt. Der Film ist relativ kurz gehalten und genau diese Tatsache kommt der Spannung zu gute, da der Schauplatz immer der Selbe ist. Eine Ruhepause wird den Zuschauern nicht gegönnt, man steht permanent zusammen mit Stu unter Strom. Negative Kritik gilt nur dem Ende des Films, denn hier hätte ein besserer "Aha"-Effekt oder eine besondere Überraschung gut getan. Trotzdem ist dieser Thriller sehr zu empfehlen, da Filme mit einer derartigen Story rar sind und beim Publikum ganz bestimmt keine Langeweile aufkommen wird.
Von Lars Lehmann
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