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Home Page : Movies : Ocean's Twelve
Betriebsausflug der anderen Art INHALT Alles begann vor drei Jahren. Danny Ocean (George Clonney) und seinen "Kollegen", allen voran Rusty Ryan (Brad Pitt) und Linus Caldwell (Matt Damon), gelang einer der genialsten Raubüberfälle überhaupt. In Las Vegas erleichterten die Gentlemen-Ganoven den rücksichtslosen Unternehmer Terry Benedict um schlappe 160 Millionen Dollar. Der bis ins kleinste Detail durchgeplante Coup ließ den Safe aus Benedicts Hotel mit samt den Millionen verschwinden - auf nimmer Wiedersehen, wie man annehmen sollte.
Doch meistens kommt es anders als man denkt. Auch die Neureichen 11 sollen diese schmerzvolle Erfahrung machen, wurden sie doch Opfer eines Verrats. Höflich, aber bestimmt macht Benedict klar, dass er sein Geld zurück haben möchte - inklusive Zinsen, versteht sich. Ein großes Problem für die Gang, denn das Geld wurde bereits gut unter die Leute gebracht. Ein neuer Raub, sozusagen als Wiederbeschaffungsmaßnahme, gilt als unmöglich. Zumindest für die Vereinigten Staaten; dort ist man schon zu bekannt. Aber in Europa, da wäre ein großer Bruch noch möglich. Ocean's Eleven und der Neuzugang Tess Ocean (Julia Roberts), die Ex-Liebhaberin von Benedict und Ehefrau von Danny Ocean hat sich der Gruppe wieder angeschlossen, machen sich auf zum wohl ungewöhnlichsten Betriebsausflug aller Zeiten. Die Reise führt nach Rom, Amsterdam und Paris. Hier sollen Kunstgegenstände in Millionenwerten die Besitzer wechseln. Doch so leicht wird es die eingeschworene Bande nicht haben. Zum einen macht ihr der selbsternannte Meisterdieb François Toulour (Vincent Cassel) das Leben schwer, zum anderen hat Rusties neue Freundin Isabel Lahiri (Catherine Zeta-Jones) mehr zu verbergen, als sie eigentlich zugeben möchte. So stolpern unsere zwölf Freunde von einem Fettnäpfchen zum nächsten und geben zwar eine witzige, aber gar nicht mehr so elegante Figur ab. KRITIK Man staunte nicht schlecht, als im Jahre 2001 die Besetzung für "Ocean's Eleven" bekannt gegeben wurde. Alles was Rang und Namen hatte, war in der Gaunerkomödie vertreten: Von Brad Pitt über George Clooney und Matt Damon bis hin zu Julia Roberts. Allein diese einzigartige Zusammenstellung von hochkarätigen Hollywood-Berühmtheiten hätte das Budget ins Unermessliche steigen lassen müssen - hat es aber nicht. Regisseur Steven Soderbergh brachte das Kunststück fertig, dass ihm "seine" Stars aus der Hand fraßen und sich nur mit einem Bruchteil ihrer eigentlichen Gagen zufrieden stellten. Das hat sich bis heute nicht geändert, und so dürfen wir uns auf ein ebenso gut besetztes Sequel von "Ocean's Eleven" freuen. Doch damit nicht genug, gelang es Soderbergh tatsächlich, mit der Verpflichtung von Catherine Zeta-Jones, seinem Streifen das i-Tüpfelchen aufzusetzen.
Aber ein Film ist eben nur so gut, wie sein Drehbuch. Daran kann auch ein noch so großes Heer von guten Schauspielern nichts ändern. Und so überzeugte der erste Teil des Ocean-Abenteurers die Zuschauer letztendlich nicht mit dem gewaltigen Cast, sondern mit einer clever angelegten Gaunerstory, die in der Lichter-Metropole Las Vegas ihr Zuhause fand. Auch wenn in der Fortsetzung "Ocean's Twelve" der eine oder andere Neuzugang erscheint und sich die Schauplätze ändern, bleibt doch die Grundrezeptur für eine neue Erfolgsgeschichte erhalten: Mit präziser Planung und möglichst wenig Gewalt ein Objekt mit nicht ganz legalen Mitteln von A nach B zu bringen. Doch auf dem Holzweg ist, wer eine leicht abgeänderte Kopie des ersten Teils erwartet. Die neue Geschichte ist um einiges verwinkelter und undurchschaubarer - ja vielleicht etwas zu kompliziert - geworden. Eine Intrige jagt die andere, keiner kann keinem vertrauen. Eine interessante Erzählweise, fernab jeder Linearität, bringt zusätzliches Chaos ins Spiel. Zur Freude des Zuschauers darf eben dieser mit teilhaben am Puzzlespiel voller Rätsel und Geheimnisse, welche sogar irgendwann einen Sinn ergeben. Eine relativ unvoraussehbare Story führt auf eine Pointe zu, die... aber sehen sie selbst. Überraschungen ganz anderer Art liefern die witzigen Szenen, in denen sich Hollywood brillant selbst auf die Schippe nimmt. Ganz zu schweigen von einem Gaststar, wie man ihn so bestimmt noch nicht gesehen hat. Darüber hinaus liefern sich die Charaktere, vor allem die von Clooney, Pitt und Damon, witzige Wortgefechte die vor trockenem Humor nur so sprudeln. Jede Menge Spaß hatten die Akteure auch hinter der Kamera. Angeblich hat das gesamte Ensemble nur wegen George Clooney zugesagt, auch beim zweiten Film mitzumachen. Es vergeht kein Tag, an dem er seinen lieben Kollegen keinen Streich spielt. Brad Pitt konnte den Spieß sogar umdrehen, in dem er mit einem Trick veranlasste, dass Clooney einen Monat lang von allen nur mit "Mr. Ocean" angesprochen wurde. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Geändert hat sich im Gegensatz zum ersten Film die Kameraführung. Mehr Handkamera, weniger statische Aufnahmen. So wurde mehr das "mitten drin"-Gefühl vermittelt und in der Tat kommt zeitweise der Gedanke auf, Brad Pitt & Co. wären gerade in einem Home Video zu sehen. Zusammen mit der Filmmusik von David Holmes, der auch schon für den ersten Teil als Komponist tätig war, entsteht so ein sehr dynamischer und lebendiger Eindruck der Story. Nicht zuletzt die authentischen Drehorte in ganz Europa tragen zu einer stimmigen Atmosphäre bei, die in Studios wohl nicht annähernd hätte erreicht werden können. Ob Amsterdam, Paris oder Rom, meistens wurde in der "freien Wildbahn" gedreht. So kam auch eine Catherine Zeta-Jones in den Genuss, das Pantheon in Rom mit eigenen Augen zu sehen. FAZIT Gute Gags, eine durchdachte - wenn auch manchmal zu verwirrende Story - und erstklassige Schauspieler, sollten auch dem zweiten Teil von "Ocean's Eleven" gute Zutaten für einen kommerziellen Megaerfolg sein. Dass die Akteure ungeheuer gut miteinander harmonieren, vom angeblichen Zickenalarm hinter den Kulissen einmal abgesehen, verleiht dem Streifen das Salz in der Suppe. Überraschungen gibt es am laufenden Band und ausreichend Action sowieso. Ob "Ocean's Twelve" nun besser ist als der erste Film, vermag man kaum zu sagen. Auf jeden Fall ist er anders und hat eine eigenständige Story. Auch ohne "Ocean's Eleven" gesehen zu haben, macht das aktuelle Werk eine Menge Spaß, handelt es sich doch um einen komplett neuen Film, der nur die Originalgeschichte als Basis hat. Einen besseren Unterhaltungsfilm, einfach so zum Zurücklehnen, wird es wohl in diesem Jahr nicht mehr geben.
Lars Lehmann
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