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Home Page : Movies : Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich
Familientreffen und andere Kriegsschauplätze INHALT
Die erste Schlacht um die Anerkennung bei seinen Schwiegereltern Jack (Robert De Niro) und Dina Byrnes (Blythe Danner) ist geschlagen. Denn Greg Gaylord Focker (Ben Stiller) wurde die Ehre zuteil, dem Kreis des Vertrauens der Familie Byrnes anzugehören. Nach etlichen Kreuzverhören durch seinen Schwiegervater - heute Blumenhändler, früher CIA Agent - und anderem Katzenjammer, hat sich Greg diese Auszeichnung auch redlich verdient.
Doch nun steht ihm ein weiterer Horrortrip ins Haus. Jack wollte schon immer mal wissen, was für Eltern eigentlich ihr Kind Gaylord nennen, deren Nachname ohnehin schon für Verwirrung sorgt. Folglich macht sich die gesamte Familie mit samt der Katze Jinx auf nach Florida ins Reich der Fockers, um einen Blick auf den Gegner - nein, auf die künftigen Familienmitglieder zu werfen. Dass schon der Weg in Jacks neuem, nur vom Feinsten ausgestattetem, Wohnmobil zum Abenteuer für alle Beteiligten wird, versteht sich von selbst. Der wahre Schock kommt aber, als sich Gregs Eltern, Bernie (Dustin Hoffman) und Roz (Barbra Streisand) in Hawaiihemd und Hippielook präsentieren. Die beiden Turteltauben benehmen sich, als wären sie noch nicht weit über die Pubertätsphase hinaus; einen größeren Kontrast zum ehrenwerten Haus der Byrnes' kann es wohl kaum geben. So sorgen nicht zuletzt die beiden Haustiere der Familien mit ihrem sprichwörtlichen Katz- und Hundspiel für Tumult und Ärger. KRITIK Knapp fünf Jahre ist es nun her, als Robert De Niro mit seiner Produktionsfirma Tribeca die Familienkomödie "Meine Braut, ihr Vater und ich" in die Kinos brachte. Damals äußerten sich Kritiker wie Publikum durchweg positiv über den Film, der mit Ben Stiller und Robert De Niro selbst in den Hauptrollen mit einer Menge Slapstick daherkam. Obwohl von der Qualität des eigenen Werkes überzeugt, sorgte der weltweite Erfolg und damit das grandiose Einspielergebnis bei De Niro und Co. für Überraschung.
Unter diesen Voraussetzungen lag die Produktion eines zweiten Teils natürlich nahe. Fortsetzungen und deren Fortsetzung sind in der heutigen Filmwelt nicht mehr wegzudenken, auch wenn immer häufiger die qualitativen Ansprüche der Gewinnmaximierung zu unterliegen scheinen. Aber fairerweise sei erwähnt, dass die Geschichte um Gaylord Focker mit ihrem offenen Ende tatsächlich für einen weiteren Teil prädestiniert war; ob nun im Vornherein so geplant oder nicht. So tritt "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" den Beweis an: Nicht jede Fortsetzung ist zwangsläufig zum Scheitern verurteilt. Die bekannten Stärken des ersten Teils, mit einem staubtrockenen Robert De Niro und einem eher tollpatschigen Ben Stiller, wurden beibehalten, oder besser: ausgebaut. Auch wenn es wieder kunterbunt und albern dahergeht, ist ein gewisser Reifeprozess in dieser Komödie festzustellen. Eine Fortsetzung hat den Vorteil, dass auf umfangreiche Erklärungen zu den jeweiligen Umständen verzichtet werden kann und so legt der Streifen ohne große Umschweife einen Schnellstart hin. Wenn auch die Grundzüge der Handlung an Teil eins erinnern, handelt es sich dennoch nicht um einen einfachen Abklatsch des Vorgängers. Dafür sorgt schon allein ein Dreamteam, was bis vor kurzem noch keiner für ein solches gehalten hätte. Barbra Streisand - nach acht Jahren Leinwandabstinenz - und Dustin Hoffman mimen in ihren betagten Jahren mit jugendlicher Frische die Eltern von Greg Focker. Dieser hat alle Hände voll zu tun, um seine ausgeflippten Alten, deren Haus mit allerlei Phallussymbolen dekoriert ist, im bestmöglichen Licht vor Jack dastehen zu lassen. Die größten Lacher erntet immer wieder Dustin Hoffman, der spitzbubenhaft und locker mit der Welt - und natürlich mit seiner Frau - umgeht; ganz im Gegensatz zu De Niros ernstem Part. Doch genau diese eklatanten Gegensätze sind das Salz in der von Slapstickeinlagen und guten, wenn auch manchmal tief sitzenden, Gags gewürzten Suppe. Allerdings wirken bei dieser Paarung die restlichen Darsteller zeitweise wie die Salatbeilage zum Hauptgericht: nett, wenn sie dabei ist, aber nicht wirklich wichtig. Dies gilt vor allem für Mutter und Tochter Byrnes. Auch wenn eine etwas gleichmäßigere Rollenverteilung wünschenswert gewesen wäre, tut es doch dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch, denn ein derart großes Staraufgebot könnte auch leicht in einem Fiasko à la "viele Köche verderben den Brei" enden. FAZIT Neben Altbewährtem wartet "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" mit besseren und häufigeren Lachern auf. Dass Katze Jinx nun neben dem normalen Toilettengang auch noch von selbst die Spülung betätigen kann, soll nicht der Beste sein. Besonders erfrischend ist der Neuzugang in Form von Gregs Eltern. Bisher war Barbra Streisand nur selten in Komödien zu sehen, was nach diesem Film als Schade zu bezeichnen ist. Dustin Hoffman ist mit seinem Multitalent eigentlich nicht der Rede wert, da seine komödiantischen Fähigkeiten abermals für sich sprechen.
Fans von Ben Stiller sind möglicherweise etwas enttäuscht, rückt er doch etwas in den Hintergrund und überlässt häufiger die Manege den beiden "Alten". Unter der deutschen Synchronisation leiden einige Gags, die oft mit den Familiennamen jonglieren, da es adäquate Wortspiele im Deutschen nicht gibt. Dies ist aber nicht dem Film an sich anzulasten, sondern rät eher zum Genuss der englischsprachigen Version. So weiß das aktuelle Familientreffen trotz kleiner Mängel zu überzeugen und ist obendrein noch besser als der erste Teil. Für gute Unterhaltung und reichlich Spaß ist demzufolge gesorgt, was nicht zuletzt auch der Originaltitel verrät: "Meet the Fockers"! Lars Lehmann
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