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Fantastic Four

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Kinostart
14.07.2005

Genre
Science Fiction/ Action

Erscheinungsjahr
2005

Land
USA

Verleih
Constantin

Regie
Tim Story

Autor
Mark Frost/ Michael France

Laufzeit
108 Minuten

Hauptdarsteller
Ioan Gruffudd
Jessica Alba
Chris Evans
Michael Chiklis




Schwachsinn, aber nicht richtig

INHALT

Fantastic Four Fünf New Yorker werden bei einem Unfall auf einer Weltraumexpedition genmanipuliert. Komischerweise so, dass ein jeder übernatürliche Fähigkeiten erhält, die seinem jeweiligen Naturell entsprechen. Die schöne Sue Storm, verkörpert von Jessica Alba ("Dark Angel", L’Oreal) wird passenderweise Invisible Woman (die meiste Zeit ist sie aber sichtbar, keine Sorge). Ihr Noch-Ex-Freund Reed Richards (Ioan Gruffud) wird der Gummimann Mr. Fantastic, wobei in seinem Fall etwas dunkel bleibt, was das bedeuten soll. Sues leichtsinniger Bruder Johnny (Chris Evans) wird zur Human Torch, hat nun erheblich verbesserte Möglichkeiten in jeglicher Hinsicht mit dem Feuer zu spielen und muss nur hin und wieder von den anderen daran erinnert werden, dass es gefährlich ist, eine Supernova in geschlossenen Ortschaften zu erzeugen. Der arme Ben Grimm, Reeds bester Freund, hat am meisten Strahlung abbekommen. Bei ihm ist die Verwandlung Dauerzustand. Eh schon ein eher schwerfälliger Mensch muss er als steinerner Riese mit gewaltigen Kräften, aber beschränkten feinmotorischen Fähigkeiten durch New York stampfen. (Michael Chiklis heißt der offenbar auch leicht verstrahlte Schauspieler, den die Produzenten angeblich dazu gekriegt haben, komplett in der 30 Kilo schweren Monsterkostümierung zu verschwinden. Als gäbe es keine CGI-Animationen!) Diese Vier sind liebe und nette Menschen, leben fortan in einer Superhelden-WG zusammen und gebrauchen ihre neuen Kräfte nur, um Gutes zu tun. Jedoch der fünfte, der schon immer ein Fiesling war, mutiert zum Erzbösewicht Dr. Doom. Am Ende heißt es folgerichtig vier gegen einen, was ja eigentlich feige ist, in diesem Fall aber Notwehr.



KRITIK

Fantastic Four Vor 20 Jahren hat sich Produzent Bernd Eichinger die Filmrechte am Marvel-Comic-Klassiker „Fantastic Four“ gesichert. 1994 wären die Rechte abgelaufen. Weil er keinen Zeichentrick, sondern einen Spielfilm machen wollte, die Computertechnik aber noch nicht weit genug war, das im großen Kino richtig krachen zu lassen, nahm der kluge Mann 1,5 Millionen Dollar aus der Portokasse und produzierte einen C-Movie – pro forma, aber nie mit der Absicht das peinliche Erzeugnis zu veröffentlichen. Noch mal zum Mitschreiben: Bernd Eichinger beschäftigt 1994 ein komplettes (drittklassiges) Filmteam damit, einen Film zu produzieren, den er von vornherein nie veröffentlichen will, nur um die Rechte am Stoff zu behalten.

Elf Jahre später kommt jetzt also die vielleicht lang erwartete, zumindest aber lang blockierte Verfilmung mit richtigem Budget. Gerade rechtzeitig, um noch mal ordentlich abzukassieren, eh der Comic-Verfilm-Boom seinen Zenit überschritten hat. Zum bisher drittbesten US-Kinostart des Jahres (nach den beiden Sternenkriegern Lucas und Spielberg) hat es gereicht.

Dabei ist auch die 2005er Verfilmung nicht viel mehr als ein B-Movie: Der Film hat keine richtigen Stars, keine erkennbare filmische Handschrift (Regie: Tim Story), und er nimmt sich und seine Vorlage nicht ernst. (Letzteres ist wahrscheinlich auch besser so.) Er hat ein bisschen Action, ein paar außergewöhnliche Spezialeffekte, ausreichend Gags von sehr unterschiedlicher Qualität, eine schwache Lovestory und einen befriedigend fiesen Bösewicht. Das ganze ist in genau so einem Tempo erzählt, dass man weder einschläft, noch Gefahr läuft, vor lauter Spannung den Popcornbecher in Schnipsel zu zerreißen. Den Dialogen hört man öfters ihre Sprechblasenherkunft an, und das ist sogar ein ganz witziger Effekt. Hätte Regisseur Tim Story diesen Tonfall konsequent durchgehalten, wäre vielleicht so etwas wie ein eigener Stilwillen erkennbar geworden. Hat er aber nicht.



FAZIT

Fantastic Four Sicher kann man sich „Fantastic Four“ ansehen. Er verursacht garantiert keine bleibenden Schäden, allein schon deshalb, weil überhaupt nicht viel davon im Gedächtnis bleibt. Witziger wäre es aber vermutlich, sich stattdessen aus dunklen Quellen die zurückgehaltene 94er Trash-Version zu besorgen. Darin soll es sogar eine Szene geben, in der einer Blinden schwarz vor Augen wird. Ein klassisches Beispiel für "so schlecht, dass es schon wieder gut ist". Wenn schon Schwachsinn, dann richtig.



Von Martin Thoma



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