Das Liquid Audio (LA) Format dient hauptsächlich zum sicheren Verkauf von Musik im Internet, mit Hilfe eines Verschlüsselungssystems. Es ist kein eigener Audio-Codec, sondern bedient sich anderen Formaten.
» Verschlüsselung der Datei
Nur der kostenlose Liquid Music Player (LMP) kann diese LA Dateien auch abspielen. Zuvor muß sich der Käufer auf der LA Website einen Passport erstellen. Diesen Passport benutzt man dann zum Einkauf der Musik auf den verschiedenen Seiten der Anbieter. Nachteil ist das derzeit noch eine Kreditkarte zur eindeutigen Identifizierung bei Erstellung des Passports benötigt wird.
Auf Basis der RSA-Verschlüsselung wird eine Datei vor dem Download verschlüsselt, so daß dieses Musikstück
nur vom LMP des Käufers abgespielt werden kann. Die
Verschlüsselung wird vom Liquid-Musik-Server (LMS) vorgenommen.
Zusätzlich wird jeder Vorgang, auch Previews von Musikstücken mitgeloggt. Auf dieser Basis werden Lizenzgebühren an die Verwertungs-Gesellschaften (GEMA z.B.) gezahlt.
» Weiterführende Sicherheit
In der Datei fest implementiert sind Copyright Informationen zum jeweiligen Stück. Der Verkäufer legt selbst fest wie lange die Datei abgespielt werden kann und ob sonstige Einschränkungen zum Tragen kommen. Zusätzlich kann im analogen Audio-Signal ein kaum warnehmbares digitales Wasserzeichnen versteckt werden, das bei Bedenken ausgelesen werden kann und Angaben zur Herkunft einer Datei gibt. So wird ein weiterer Schritt in Richtung sicheres Audio-Format gemacht, denn noch gibt es keinen endgültigen Schutz vor
Raubkopierern.
» Informationen im Musikstück
Der LMP bietet dem Anbieter die Möglichkeit weitergehende Informationen zum Künstler wie z.B. Songtexte, URLs, Bilder oder Faceplates in den Dateien zu speichern, der Benutzer kann sich diese dann auf Wunsch per Knopfdruck anschauen.
» Komprimierung
LA ist kein eigener Audio-Codec, man könnte es eher als die schützende Hülle um eine Musikdatei bezeichnen. Zur Komprimierung bedient sich der Liquifier, der zum erstellen der LA Dateien genutzt wird, den Audio-Codecs AC-3 (Dolby), AAC und MP3 (beide vom Frauenhofer Institut). Der Ersteller kann ein Musikstück automatisch in allen wichtigen Bitraten encodieren lassen, um so z.B. Previews
anbieten zu können.
» Akzeptanz
In vielen Shops kommt das Liquid Audio Format bereits zum Einsatz. Auch die großen Musikfirmen die nach wie vor skeptisch gegenüber der Verbreitung von Musik im Internet sind, haben das Format weitesgehend akzeptiert.
Ob das LA Format in Zukunft auch von portablen oder stationären
Digital-Audio Playern unterstützt wird ist eine andere Frage, da
auch der Kopierschutz irgendwie bestehen bleiben muß.